AG BIF

Arbeitsgruppe „Berufliche Integration für Flüchtlinge“ (AG BIF)

Viele Flüchtlinge haben den Wunsch, schnellst¬möglich eine Arbeit, eine Ausbildung oder ein Studium in Deutschland aufzunehmen. Unser Bildungssystem, der staatliche Verwaltungsapparat und die deutschen kulturellen Gepflogenheiten sind den meisten Flüchtlingen jedoch nicht vertraut. 
Unterdessen gibt es Arbeitgeber, die gerne Praktika, Ausbildungs- und Arbeitsplätze für Flüchtlinge bereitstellen möchten, aber nicht wissen, wie sie Kontakt zu geeigneten Personen finden können. Hier setzt die AG Berufliche Integration für Flüchtlinge an.

Erfassung beruflicher Qualifikationen
Besonders frustrierend ist die Zeit in der die Geflüchteten auf die Beantragung oder den Ausgang ihres Asylverfahrens warten.  Diesen Zeitraum nutzen wir und bieten den Flüchtlingen an, in Erhebungsbögen ihre Daten über Ausbildung, Studium, Berufserfahrung und sonstige Qualifikationen, die für eine berufliche Integration wichtig sind, zu erfassen. Den Erhebungsbogen bekommen sie nach der Erfassung zurück. Der Bogen kann fortan zu Behördengängen mitgenommen werden und ermöglicht den Kollegen dort eine schnellere Bearbeitung.  

Zudem besteht eine Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit, der Leibniz Universität und dem Integrationsmanagement der Stadt Hannover um die gesammelten Informationen auch für diese zugänglich zu machen und so doppelte Arbeitsschritte zu vermeiden.

Patenprogramm

Der Weg in eine berufliche Tätigkeit, eine Ausbildung, oder Studium ist für Nichtmuttersprachler und Neu-Hannoveraner besonders kompliziert. Daher ist es uns ein besonderes Anliegen, jedem Flüchtling, hierfür einen Paten zur Seite zu stellen.

1. Qualifizierung der Paten und Begleitung während der Patenschaft
Wir bieten interessierten Personen an, sich durch die Teilnahme an einer zweitägigen Fortbildung (an zwei Samstagen) auf die Aufgabe als Pate vorzubereiten. 
Dabei erhalten sie Empfehlungen, wie die Rolle als Pate ausgefüllt und gestaltet werden kann, Informationen über die rechtlichen Rahmenbedingungen, Ansprechpartner zu allen denkbaren Belangen sowie Informationen über Herkunftsländer und Kulturen der Flüchtlinge.

Während der Zeit der aktiven Patenschaft werden die Paten im Rahmen von regelmäßigen Treffen begleitet und bei Fragen und Problemen unterstützt. Des Weiteren gibt es ein kostenloses Supervisionsangebot, welches bei Bedarf in Anspruch genommen werden kann.


2. Matching
Wir bringen Flüchtlinge und Paten zusammen. Für den Erfolg der Patenschaft ist es wichtig, dass das Verhältnis Pate - Flüchtling von gegenseitigem Vertrauen, Sympathie und entsprechender Verständigung geprägt ist. Dazu wird es z. B. Treffen geben, bei denen es Gelegenheiten gibt, dass Paten und Flüchtlinge zusammenfinden können.

Von uns vermittelte geflüchtete Personen bringen mindestens A2 Sprachkenntnisse mit und kommen nicht aus einem sicheren Drittstatt. Die Mehrheit der Flüchtlinge sind derzeit Männer sind, weshalb eine Vermittlung zu einem männlichen Flüchtling wahrscheinlich ist.

Voraussetzungen für die Übernahme einer Patenschaft
So unterschiedlich die berufliche Qualifikation, die Persönlichkeit und der individuelle Bedarf an Hilfe bei einem Flüchtling sein kann, so unterschiedlich kann eine Patenschaft verlaufen. Vor Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums dürfte der Schwerpunkt in der Begleitung zu Behörden, Informationsbeschaffung, Bewerbungen und Antragstellungen liegen. Aber auch in der Probezeit einer Ausbildung und einer neu aufgenommenen Arbeit können Situationen und Ereignisse den Beistand durch den Paten in vielerlei Hinsicht erforderlich machen und positiv beeinflussen. 

Kenntnisse und Erfahrungen in der Arbeitswelt und im Bildungswesen sind sicherlich hilfreich. Hierbei ist es nicht wichtig alle Informationen und Ansprechpartner vorweg zu kennen, sondern diese lediglich ausfindig machen zu können und die geflüchtete Person entsprechend dabei zu begleiten bzw. zu unterstützen. Es ist ein Prozess der Hilfe zur Selbsthilfe den Sie gemeinsam gestalten. Da für eine funktionierende Patenschaft u. a. ein gewisses Maß an Vertrauen notwendig ist, erwarten wir, dass Sie für wenigstens sechs Monate den beruflichen Lebensweg eines Geflüchteten begleiten und ihn/ihr helfen diesen bestmöglich zu gestalten.

Sollten Sie Interesse an einer solchen Patenschaft haben, dann melden Sie sich gerne für den nächsten Fortbildungsdurchgang per Email bei uns an. 

Wir freuen uns auf Ihre Email an gerhard.spitta@uf-hannover.de !

Herzlichst Ihre AG BIF